LmDR e.V. EN

Geschichte der LmDR e.V. Hattingen

Die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V. (LmDR) ist die älteste und größte Organisation der Volksgruppe in Deutschland und vereint die Deutschen aus der ehemaligen UdSSR. Der Verband versteht sich seit seiner Gründung 1950 als Interessenvertretung, Hilfsorganisation und Kulturverein der Deutschen aus Russland und den Nachfolgestaaten der UdSSR. Die LmDR verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke, ist überparteilich und überkonfessionell organisiert und sucht stets den Dialog mit allen demokratischen Parteien.
Familienzusammenführung sowie die soziale, gesellschaftliche, berufliche und religiöse Eingliederung in die deutsche Gesellschaft, Kultur-, Öffentlichkeits- und Jugendarbeit gehören zu den wichtigsten Aufgaben der LmDR in der Gegenwart.

Seit unserer Gründung 1995 ist der LmDR e.V. in Hattingen bei der Integration von Spätaussiedlern und Migranten aktiv. Wir können unseren Mitgliedern ein vielfältiges Programm bieten und unterstützen Vertriebene bei der Orientierung in Ihrer neuen Heimat in Hattingen und Umgebung. Dies geschieht durch eine ins Leben gerufene Sozialberatung mit Integrationslotsen für Spätaussiedler und Migranten. Wir sehen uns als Migrantenselbstorganisation (MSO), welche als Mittler in seinen Kernbereichen Soziales, Bildung und Kultur fungiert. Der LmDR e. V. Hattingen konzentriert sich nicht nur auf die Stadt Hattingen selber, sondern setzt sein Engagement im gesamten Ennepe-Ruhr-Kreis und Velbert ein. Dabei arbeiten wir eng mit unseren Partnern zusammen, um unseren Tätigkeiten bestmöglich nachgehen zu können.

Geschichte der Deutschen aus Russland

Deutsche aus Russland, die jetzt nach Deutschland kommen oder bereits seit einigen Jahrzehnten hier leben, sind fast ausschließlich Nachkommen der zur Zeit der Zarin Katharina II. (1729-1796) und ihres Enkels Alexander I. (1777-1825) aus deutschen Ländern nach Russland ausgewanderten Menschen – Hessen, Schwaben, Pfälzer, Bayern und andere
In die Regentschaft der beiden Zaren fallen die drei wichtigsten Auswanderungswellen aus Deutschland nach Russland, der Zug an die Wolga (ab 1764), der Zug an den Dnjepr (ab 1789) und der Zug ans Schwarze Meer (ab 1803). Die ursprüngliche Ansiedlung von Deutschen in Sibirien und Mittelasien erfolgte später. Sie wurde vor allem um die Jahrhundertwende 1900 notwendig, als das Land für die Deutschen im europäischen Russland knapp geworden war. Eine besondere Gruppe bildeten die Wolhyniendeutschen, die sich zu verschiedenen Zeiten im 19. Jahrhundert in polnisch-russischen Grenzregionen niederließen
Bereits im 18. Jahrhundert, insbesondere aber im 19. Jahrhundert entstanden blühende deutsche Kolonien im Russischen Reich, deren Bewohner es dank ihres Fleißes zu einem beachtlichen Wohlstand brachten.
Grundlegend änderte sich die Situation für die Russlanddeutschen nach der Oktoberrevolution, als sie noch stärker als andere Völker der Sowjetunion unter dem Stalinismus zu leiden hatten. Nach dem Ausbruch des deutsch-sowjetischen Krieges am 22. Juni 1941 erreichte der in seiner Härte und Grausamkeit unvorstellbare Opfergang der Russlanddeutschen seinen tragischen Höhepunkt. Repressionen, Diskriminierungen, Verfolgungen, Zwangsarbeit, Lagerhaft und Vertreibungen brachten Hunderttausenden von ihnen den Tod. Die anderen leben zumeist – wenn sie nicht den Weg der Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland gewählt haben bzw. ihn wählen durften - auch heute noch in nichteuropäischen Gebieten Russlands, in Kasachstan oder anderen mittelasiatischen Republiken der ehemaligen Sowjetunion, weit entfernt von ihren ursprünglichen Siedlungsgebieten.